Die Wirkung von Vasomax beeindruckte Mark so stark, daß er seinen Vater zu einem Besuch in meiner Praxis überredete. Jim, 65 Jahre ah und seit vier Jahren Witwer, hatte vor kurzem eine Frau kennengelernt, in deren Gegenwart er sich wohl fühlte und die ihn zum Lachen brachte. Da er immer geglaubt hatte, er würde sich nie mehr zu einer Frau sexuell hingezogen fühlen, war er verblüfft, als dies doch geschah. Unglücklicherweise endete das gerade aufblühende Sexualleben der frisch Verliebten in einer Sackgasse, da Jim keine Erektion bekam. Er fürchtete, daß Emily, mit ihren 54 Jahren, ihn verlassen würde.
Zunächst erstellte ich, wie bei jedem neuen Patienten, eine Krankengeschichte. Anschließend unterhielt ich mich mit Jim lange über seine Gewohnheiten und mögliche Veränderungen, die er an sich festgestellt hätte.
»Ich kämpfe ein bißchen mit den überflüssigen zwanzig Pfund, die ich in den vergangenen paar Jahren zugenommen habe«, gab er zu. »Aber mein eigenthches Problem ist, daß ich keinen Sex haben kann. Ich werde höchstens so hart wie eine gekochte Nudel und fühle mich schrecklich dabei. Nach dem Tod meiner Frau litt ich lange Zeit an Depressionen. Dann habe ich Emily kennengelernt und wieder Lustgefühle und Verlangen nach einer Frau verspürt. Und nun das …«
Ich erklärte Jim, Erektionsstörungen seien manchmal ein Zeichen für eine Krankheit, deshalb wolle ich ihn untersuchen, um diese Möglichkeit auszuschließen. Eine gründliche Uberprüfung des Gesundheitszustands ergab, daß Jims Erektionsstörungen anders als die seines Sohnes nicht durch besondere Lebensumstände hervorgerufen wurden. Schuld war in diesem Falle ein nicht erkannter Fall von Diabetes.
»Diabetes Typ II, der bei Ihnen vorliegt, tritt recht häufig auf«, erklärte ich. »Die Krankheit kann schon in relativ jungen Jahren, also auch bei Dreißigjährigen, beginnen, obwohl sie bei Patienten mittleren Alters wesentlich öfter vorkommt. Und die Mehrheit solcher Patienten leidet an Übergewicht.«
»Ich fühle mich aber nicht krank«, wendete Jim ein. »Die Symptome des Diabetes Typ II treten nur langsam in Erscheinung«, erklärte ich ihm. »Erektionsstörungen sind häufig das erste Warnsignal. Tatsächlich treten bei ungefähr der Hälfte aller Männer, bei denen Diabetes festgestellt wird, innerhalb der ersten zehn Jahre nach Beginn der Krankheit Erektionsstörungen auf.«
»Wie genau funktioniert Diabetes als Bremse in meinem Sexualleben?« »In den meisten Fällen liegt die Ursache der Erektionsstörungen in einer von dem Diabetes verursachten Gefäßerkrankung, die zu einem Verschluß der Blutgefäße, einschließlich der Arterien im Penis, führt. Durch die Krankheit können auch Nerven beschädigt werden. Ein weiterer Faktor, der sich nachteilig auf die Potenz auswirkt.«
»Und können Sie mir bei meinem Problem helfen?« fragte er hoffnungsvoll. »Zunächst einmal besteht der wichtigste Schritt darin, den Diabetes in den Griff zu bekommen«, antwortete ich ihm. »Das bedeutet, Sie müssen ernsthaft versuchen, das Übergewicht, das Sie sich in den letzten Jahren angeeignet haben, abzubauen. Das erreichen Sie durch regelmäßige Bewegung und eine entsprechende Umstellung Ihrer Ernährung. Was Ihre Erektionsstörungen betrifft, so kann ich Ihnen nur eines sagen: Die in Ihrem speziellen Fall vorliegende Erektionsstörung ist zwar nicht heilbar, da sie durch Diabetes, also durch eine chronische Krankheit, hervorgerufen wird, jedoch ist eine erfolgreiche Behandlung mit einem neuen oralen Medikament durchaus möglich.«
Ich erklärte Jim, daß Viagra eines der neuen Arzneimittel sei, die ihm in Zukunft zur Verfügung stünden, und daß es sehr wahrscheinlich trotz der ausgeprägten biologischen Folgen des Diabetes für seine erektile Leistung wirksam sein könnte. Zu der Zeit verwendete ich in meiner Untersuchung Vasomax.
Obwohl das Mittel bei Männern mit mittleren bis schweren Störungen weniger wirksam ist, kann es für Patienten mit leichten bis mittleren Störungen oder bei Erektionsstörungen mit psychischen Ursachen durchaus geeignet sein.
Ich sagte Jim, es lohne sich gewiß, Vasomax auszuprobieren, da das Mittel gut verträglich sei und äußerst wenig Nebenwirkungen hervorrufe. Ich nannte ihm Einzelheiten über die Va-somax-Versuchsreihe und bot ihm die Möglichkeit einer Teilnahme an, sofern er alle Voraussetzungen dafür erfüllte. Er stimmte zu. Drei Wochen später rief er mich an. »Ich bin eigentlich eher zurückhaltend, was mein Privatleben betrifft, aber ich muß Ihnen einfach erzählen, was passiert ist«, sagte er. »Es ist phantastisch, wieder so richtig etwas zu spüren und Emily Freude zu geben. Es hat uns einander näher gebracht. Ich bin wieder ein richtiger Mann. Ich weiß gar nicht, wie ich Ihnen danken soll. Es ist ein Wunder, und ich hatte schon geglaubt, ich würde das nicht mehr erleben.«
Über Jims Reaktion freute ich mich in zweifacher Hinsicht: Erstens hatte Jim ein Stück Lebensqualität wiedergewonnen, und zweitens bewies seine positive Reaktion auf Vasomax, daß sein Diabetes nicht so weit fortgeschritten war, wie ich befürchtet hatte. Jim hat sein Übergewicht inzwischen abgebaut, sein Diabetes ist mit Hilfe von Glyburid, einem oralen Medikament zur Behandlung von Diabetes, unter Kontrolle, und er nimmt weiterhin das Mittel zur Bekämpfung der Erektionsstörungen ein. Das schöne sowohl an Viagra als auch an Vasomax ist, daß diese Medikamente keine Wechselwirkungen mit den am häufigsten von Ärzten verschriebenen Arzneimitteln aufweisen.
