Nicht selten haben Erektionsstörungen psychologische Ursachen. Schätzungen zufolge fallen sogar bis zu 50 Prozent aller Fälle unter diese Kategorie. Berücksichtigt man neben den ErWartungen, die wir an uns selbst stellen, die Zeit, in der wir leben und die Veränderungen, welche die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau in den vergangenen zwanzig Jahren erlebt hat, so ist die Zahl gar nicht mehr erstaunlich.
Nehmen wir den Fall von Robert und Jane. In ihrer vor sechs Jahren geschlossenen Ehe kriselte es heftig und sie arbeiteten -offenbar ohne Aussicht auf Erfolg – mit einem Psychiater zusammen, um die Dinge wieder zurechtzurücken. Robert hatte Schwierigkeiten, eine Erektion zu bekommen, und die sieben Monate lange, teure Therapie machte seinen Ärger nur noch größer, so daß seine Erektionsstörungen eine täglich schwerer zu tragende Last wurden.
Die primäre Ursache für die Ehekrise bestand in Janes Karriere. Zwar war Robert stolz auf ihre Fähigkeiten – sie hatte eine herausragende Stellung als erfolgreiche Bankerin – doch litt er darunter, daß sie selten zu Hause war. Und obwohl er ihr finanzielles Geschick bewunderte und ihre Entscheidung respektierte, ihre Finanzen und Investitionen von seinen getrennt zu führen, störte es ihn, daß sie sich ihm darin überlegen zeigte.
Jane ihrerseits sehnte sich nach der Nähe ihres Mannes. Ihr war klar, daß ihre häufige Abwesenheit eine Belastung für die Ehe darstellte, und sie fühlte auch, daß das Zusammensein um so wichtiger war, wenn sie endlich einmal zu Hause war. Doch dann fühlte sie sich müde, und ihr stand nicht der Sinn nach Sex.
Robert andererseits hatte das Gefühl, daß Janes immer häufigere Abwesenheit ein wachsender Beweis für das Nachlassen ihrer Liebe zu ihm sei. Und wenn sie einmal Zeit für Sex hatten, mußte er zu seinem Kummer feststellen, daß er oft keine Erektion bekam. Der Druck lastete immer stärker auf ihm und führte erneut zu erektilem Versagen, was ihm wiederum noch mehr Sorge über seine sexuelle Leistung bereitete. Schließlich versuchte er jedes körperliche Zusammensein zu vermeiden.
Jane faßte sein Verhalten als klares Zeichen dafür auf, daß er sich nicht mehr für sie interessierte. Eines Nachts kam es dann zu der Auseinandersetzung, die sich seit Monaten angebahnt atte. Als Robert Jane nach zwei Glas Scotch vorwarf, ihre Karriere lasse keinen Raum für ihn und er fühle sich deswegen nutzlos, war sie völlig verblüfft. Doch es kam noch schlimmer: Sie sei schuld an seinen Erektionsstörungen, hielt er ihr vor.
Von seinen Worten tief getroffen erkannte Jane, daß sie vor einem Wendepunkt in ihrem Leben standen. Zum Glück hatte sie durch einen Kollegen von den klinischen Versuchen mit den neuen Tabletten gegen Erektionsstörungen erfahren. In dem Bewußtsein, daß sie nichts zu verlieren hatte, erwähnte sie das Medikament Robert gegenüber und bot ihm an, ihn in meine Praxis zu begleiten.
Da Robert anfangs das Gefühl hatte, seine Frau übernehme die Führung in einem weiteren Bereich seines Lebens, benötigte er einige Tage, um darüber nachzudenken. Schließlich faßte er den Entschluß, mich aufzusuchen. Der Wendepunkt in ihrer Ehe kam tatsächlich – aber diesmal wiesen die Zeichen in die richtige Richtung. Jane erkannte, daß auch sie Zugeständnisse machen müßte; sie schränkte ihre Geschäftsreisen ein und verbrachte mehr Zeit mit ihrem Ehemann. Robert sprach positiv auf die Erektionspillen an. Als Folge ließen sein Ärger und die Anspannung nach, und er gewann sein Selbstvertrauen zurück.
Nun zeigten sich auch die ersten Ergebnisse in ihrer Therapie bei dem Psychiater, denn beide sahen sich nun in der Lage, die wunden Punkte ihrer Beziehung zu berühren. Die Klärung dessen, was Intimität und Sex für jeden von ihnen bedeutete, und die Auseinandersetzung mit den Problemen, die Geld und Karriere mit sich zogen, brachte sie einander näher. In dem Maße, wie ihre Fähigkeit, miteinander zu reden zunahm, blühte auch ihre Beziehung auf. Im Lauf der Zeit legten sich Roberts Schwierigkeiten mit der Erektion. Bald stellte er fest, daß er nicht immer eine Pille schlucken mußte, um eine Erektion zu bekommen.
Das Beste an dieser Geschichte aber ist: Die Wirkung der Psychotherapie wird durch medikamentöse Behandlung zusätzlich angeschoben, und die Dauer der Therapie reduziert sich für den an Erektionsstörungen leidenden Patienten drastisch. Hätte Robert sich das Medikament von mir gleich bei Auftreten seiner Beschwerden verschreiben lassen, hätte sein Aufenthalt auf der Couch des Psychiaters um die Hälfte verkürzt werden können.
Mark, Jim und Robert sind nur drei von vielen meiner Patienten, deren Leben durch die Einnahme des neuen Medikaments wieder seinen alten Wert erlangte. Seien es veränderte Lebensumstände, die eine vorübergehende und leicht zu behebende Störung verursachen, oder die andauernde Sorge über Ausdauer, frühere Leistungen oder andere Kriterien, durch die das Syndrom hervorgerufen wird, dieses Medikament schafft Abhilfe. Die Wirkung ist so tiefgreifend, daß auch all den Männern geholfen werden kann, die aufgrund von Krankheiten unter einer Störung der Erektion leiden. Die Behandlung zeitigt sogar in den Eällen erstaunliche Ergebnisse, in denen Patienten seit einem Jahrzehnt und länger an Erektionsstörungen leiden.
