Potenzmittel anderer Kulturen

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Die Chinesen begannen schon vor 5000 Jahren, Ginseng zur Steigerung der sexuellen Potenz zu verwenden. Es ist anzunehmen, daß Ginseng, was übersetzt »Männerwurzel« bedeutet, seinen frühen Ruhm als Erektionshilfe aufgrund seiner auffallend menschenähnlichen Gestalt erwarb. Alte chinesische Schriften belehren uns darüber, daß Ginseng lange Zeit zur Vorbeugung und Heilung einer ganzen Reihe von körperlichen Beschwerden diente, darunter auch Erektionsstörungen. In Indien berichten alte wedische Texte darüber, daß die Wurzel jungen wie alten Männern die Kraft eines Stieres verleihe. Es scheint tatsächlich, daß Ginseng eine gewisse, sexuell stimulierende Wirkung hat. Heute unterstützt ein großer Teil der medizinischen Literatur vorwiegend in China, Japan, Korea und Rußland den traditionellen Glauben an die Wirksamkeit dieser Wurzel auf die Geschlechtsorgane.

Man unterscheidet im wesentlichen zwischen drei Arten der Pflanze: amerikanischer, asiatischer und sibirischer Ginseng, der jeweils zu unterschiedlichen Zwecken verwendet wird. Beim Herbeiführen von Erektionen auf natürlichem Weg und ohne Komplikationen spielt hauptsächlich die asiatische Variante des Ginsengs eine wesentliche Rolle. Diese Ginsengart tritt in einer roten und einer weißen Variante auf. Die Earben ergeben sich aus den im einzelnen verwendeten Methoden beim Konservieren der Wurzel. Roter Ginseng, der als stärkere der beiden Varianten gilt, wird in der Regel Patienten mit fehlender Energie verabreicht. 1995 wurden an der medizinischen Fakultät der Yonsei-Universität in Seoul, Südkorea, Versuchsreihen mit neunzig Patienten durchgeführt. Über den Versuch erschien im »International Journal of Impotency Research« ein Bericht, in dem stand, daß die Männer, denen roter Ginseng verabreicht wurde, eine wesentlich stärker ausgeprägte Gliedsteife und einen größeren Penisumfang aufwiesen. Daneben war auch eine erhöhte Libido und eine Steigerung des Lustempfindens zu verzeichnen. Ihre Befriedigung war größer als die jener Patienten, die entweder ein Placebo oder eine geringe Dosis Trazodon, ein Antidepressivum mit positiven Auswirkungen auf die Sexualität, erhalten hatten. Die Untersuchungen dieser faszinierenden Wurzel werden weiterhin fortgesetzt.

Die Erforschung von Kantharidin, dem Gift der Spanischen Fliege, wurde vollkommen eingestellt – aus gutem Grund. Dieses über Jahrhunderte hinweg hemmungslos als Mittel zur Stärkung der Erektion sowie als Aphrodisiakum angepriesene Pulver wird gewonnen, indem getrocknete Blasenkäfer, die in Teilen des Mittelmeerraums beheimatet sind, zermahlen werden. Zwar kann das gewonnene Pulver nach der Einnahme ein Gefühl von Wärme, manchmal auch ein Brennen des Penis verursachen, ist aber völlig ungeeignet zum Herbeiführen einer Erektion. Eine Überdosierung kann sogar zu einer Schädigung des Verdauungs- und des Harntrakts führen, und weniger als der tausendste Teil einer Unze reichen aus, um die Nieren zu zerstören. Aufgrund der extremen Giftigkeit wurden die echten Spanischen Fliegen als Gift der Klasse I eingestuft und sind nicht erhältlich.

Die Afrikaner verwendeten zur Förderung des sexuellen Erfolgs ein Mittel, das aus der inneren Rinde des Yohimbe gewonnen wird, eines immergrünen Baums, der in Kamerun, im Kongo und in Gabun vorkommt. Yohimbin, der Wirkstoff der Rinde des Yohimbe-Baums, ist eine natürliche Substanz, welche die Erweiterung der engen Blutgefäße erhöht. Die Gefäßerweiterung vermehrt den Zustrom von Blut in den Penis und führt so eine Erektion herbei. Bei Männern, denen das Yohimbin intravenös verabreicht wurde, erfolgte die Erektion fast unmittelbar anschließend. Interessanterweise wurde jedoch festgestellt, daß keine Erektion zustande kam, wenn man das Yohimbin direkt in den Penis spritzte. Diese Ergebnisse ließen einige Forscher zu dem Schluß gelangen, daß Yohimbin eigentlich auf das Lustzentrum im Gehirn einwirkt, insbesondere auf einen bestimmten Neurotransmitter, nämlich Dopamin. Der Pflanzenwirkstoff kann ebenfalls die Noradrenalinwerte im Blut beeinflussen; Noradrenalin ist ein Neurotransmitter, d. h. eine chemische Gehirnsubstanz, die das Sexualzentrum im Hypothalamus stimuliert.

Yohimbin wird auch heute noch von vielen Urologen zur Behandlung von Erektionsstörungen verwendet. Zwar kann es bis zu drei Wochen dauern, bevor erste Ergebnisse sichtbar werden, jedoch zeigt das Pflanzenmittel eine hohe Wirksamkeit, vor allem bei jenen Männern, die sexuell keine Schwierigkeiten haben, aber ihr Lustempfinden steigern möchten. Der Wirkstoff ist nicht nur in der Lage, die Libido zu erhöhen, sondern kann auch Erektionen stimulieren und einen stärkeren Orgasmus bewirken.

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