Über Jahrhunderte hinweg wurde angenommen, Alkohol könne aufgrund seiner ausgeprägten Wirkung auf die Stimmung eines Menschen den Weg zu einer Erektion ebnen. Zwar ist es durchaus richtig, daß der maßvolle Genuß von Alkohol – ein Glas Wein, eine Flasche Bier – dazu beiträgt, sexuelle Hemmungen abzubauen und die Libido zu steigern, jedoch bewirken übermäßige Mengen genau das Gegenteil. Der Grund dafür liegt in der Wirkungsweise des Alkohols im menschlichen Körper, insbesondere im zentralen Nervensystem. Der Trinkende empfindet zunächst gleichzeitig Gelöstheit und ein Hochgefühl, was jedoch nur kurze Zeit anhält. Mit steigendem Alkoholgehalt im Blut nimmt die Beeinträchtigung des Urteilsvermögens, des Gedächtnisses und der Sinneswahrnehmung zu. Und was den Sex betrifft, so führt die Wirkung des Alkohols auf das zentrale Nervensystem in Wirklichkeit oft dazu, daß nichts mehr läuft.
Wenn der eingeschränkte Genuß von Alkohol bei gesellschaftlichen Anlässen in Alkoholmißbrauch oder Alkoholismus umschlägt, kommt es zu einer Beschädigung der die Erektion steuernden Nerven. In Verbindung mit Nikotin, der Einnahme von Drogen, Übergewicht, Streß oder hohem Blutdruck nehmen die Erektionsstörungen weiter zu.
