Heutige Methoden bei Impotenz

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Schon 1917 wurde eine Vakuumpumpe zum Zweck der Erektionsauslösung zum Patent angemeldet. Die medizinisch fundierte Vakuumerektionstherapie wurde 1961 von Geddings Osbon entwickelt. Selbst ein Opfer von Erektionsstörungen, weigerte er sich hinzunehmen, daß die sexuelle Intimität mit seiner Frau, mit der er seit dreißig Jahren verheiratet war, nicht mehr möglich sein sollte. In den folgenden Jahren arbeitete er intensiv bis zur Erfindung einer Plastikvorrichtung, genauer gesagt einer Vakuumpumpe, die eine Erektion herbeiführen könnte. Osbon selbst benutzte die Vakuumpumpe, eine reversible und nicht invasive Methode zur Behandlung von Erektionsstörungen, mehr als zwanzig Jahre. 1983 ließ er seine Erfindung patentieren. Die von ihm gegründete Firma Osbon Medical Systems produziert und vertreibt die Vakuumpumpe unter dem Namen Erecaid weiterhin auf der ganzen Welt.

Der Pumpe liegt ein einfacher Mechanismus zugrunde. Wenn ein Mann eine Erektion bekommen möchte, legt er einen durchsichtigen Plastikzylinder um seinen Penis, anschließend wird in dem Rohr manuell oder mit Hilfe einer speziellen elektrischen Pumpe Unterdruck erzeugt. Unabhängig von der Ursache der erektilen Impotenz führt der Druck dazu, daß sich die

Blutgefäße im Glied, wie bei einer normalen Erektion, mit Blut füllen. Nachdem das Glied, nach etwa zwei Minuten angeschwollen ist, wird ein dehnbarer, am unteren Teil des Zylinders angebrachter Druckring auf den Penisansatz geschoben, um das Blut am Zurückströmen zu hindern. Dadurch bleibt das Glied nach dem Entfernen des Zylinders hart. Eine so herbeigeführte Erektion kann problemlos mindestens dreißig Minuten aufrechterhalten werden. Durch eine länger andauernde Erektion wird unter Umständen das empfindliche Gewebe des Gliedes beschädigt.

Die Pumpe bietet einige Vorteile und ist vor allen Dingen sicher in der Anwendung. Sie kann fast immer verwendet werden, wenn eine Erektion gewünscht wird. Bei Patienten, die mit Blutverdünnungsmittel, zum Beispiel Marcumar, behandelt werden, ist jedoch äußerste Vorsicht angezeigt!

Einige Urologen empfehlen die Verwendung der Pumpe jetzt auch nach Prostata- und Gliedoperationen zur Förderung von Erektionen, die den Penis vor möglichen Schäden schützen sollen, die durch das Fehlen von regelmäßigen nächtlichen Erektionen verursacht werden können.

Jedoch beklagen einige Benutzer der Pumpe im Hinblick auf den alltäglichen Gebrauch, daß der Penis sich taub und kalt anfühlt und eine unnatürliche Form oder Farbe annimmt. Viele stört die Unterbrechung der Intimität, welche die Verwendung der Vakuumpumpe während des Liebesakts mit sich bringt. Versuchsreihen haben gezeigt, daß etwa sieben Prozent der Benutzer der Pumpe ein unangenehmes Gefühl bei der Ejakulation empfinden oder unterschiedlich starke Störungen der Ejakulation auftreten. Die Pumpe kostet zwischen 400 und 500 Dollar ist nur auf Rezept zu haben.

Auf die Schwellkörper-Autoinjektionstherapie stieß man durch einen Zufall. 1980 berichtete der französische Arzt Ronald Virag, daß er einem Patienten während einer Penisopera-tion irrtümlich Papaverin, eine stickstoffhaltige, aus dem Schlafmohn gewonnene Substanz in den falschen Teil des Gliedes gespritzt hatte. Die dadurch herbeigeführte Entspannung der Gefäßmuskulatur des Penis verursachte eine unerwartete, zwei Stunden andauernde Erektion. Der Virag unterlaufene Fehler führte zu einer Wiederbelebung der seriösen Forschung über die Verwendung von injizierten Medikamenten als Unterstützung bei Erektionsstörungen.

Etwa zur selben Zeit fand der britische Physiologe und Wissenschaftler Giles Brindley heraus, daß bei Einspritzen des Wirkstoffs Phenoxybenzamin unmittelbar in die Schwellkörper des Gliedes innerhalb von wenigen Minuten eine Erektion erfolgte. Obwohl es sich bei Phenoxybenzamin um eine äußerst wirksame Substanz handelte, traten schwerwiegende Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen, Übelkeit und Hyper-ventilation auf. Im Tierversuch hatte sich das Mittel außerdem als krebserregend erwiesen.

1984 in Paris stellte Dr. Adrian Zorgniotti, ein Urologe aus New York, seine ersten Fallstudien auf dem Gebiet der Autoin-jektion vor, wobei er eine Kombination der Wirkstoffe Papa-verin und Phentolamin verwendete. Phentolamin unterbricht den Durchfluß der Neurotransmitter, was zu einer Entspannung der Gefäßmuskulatur des Penis führt. Zwei Jahre später legten japanische Forscher den Beweis dafür vor, daß das Einspritzen von Prostaglandin E kraftvolle Erektionen hervorruft. Endlich verfügte die moderne Medizin über injizierbare Heilmittel, die entweder allein oder in Kombination mit anderen Stoffen vermochten, einem Mann zu einer Erektion zu verhelfen, wann immer er dies wünschte. Langsam begann sich die Nachricht über die positiven Ergebnisse mit den injizierbaren Medikamenten in dem kleinen internationalen Kreis der Urologen, die sich mit Erektionsstörungen befassen, zu verbreiten. Die meisten verwendeten alle drei Wirkstoffe, Papaverin, Phentolamin und Prostaglandin E, entweder in einer »Tri-Mix« genannten Kombination oder allein. In Deutschland ist Prostaglandin E, seit dem Herbst 1997 für diese Indikation zugelassen.

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