Gegen Impotenz: Sägepalmenextrakt

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Die Sägepalme ist eine in ganz Florida vorkommende Fächerpalme mit rasiermesserscharfen Zweigen, an denen Beeren in der Größe von Oliven wachsen. Der Extrakt dieser Beeren ist als sexuelles Stimulans bekannt und wird als Heilmittel für vergrößerte Vorsteherdrüsen eingesetzt.

Diese letztere Anwendung ist besonders interessant. Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist eine Vergrößerung der Vorsteherdrüse. Die Ursache dieser unter Männern über vierzig weit verbreiteten Krankheit ist noch nicht vollständig bekannt. Obwohl es nicht krebsartig ist – und auch nicht dazu führt -, kann ein Mann beides gleichzeitig haben, BPH und Prostatakrebs. Und obwohl BPH die sexuelle Leistungsfähigkeit nicht direkt beeinflußt, können die Symptome des Harnsystems bei der sexuellen Aktivität störend sein.

Die Prostata liegt vor dem Mastdarm direkt unter der Blase und umschließt den oberen Teil der Harnröhre vollständig. Durch die Harnröhre werden sowohl Urin als auch Spermien aus dem Körper transportiert. Die Prostata ist ein Fortpflanzungsorgan in der Größe einer Walnuß und ihre Hauptaufgabe ist es, einen Teil des flüssigen Anteils des Spermas zu produzieren. Während des Orgasmus ziehen sich die Muskeln in der Prostata schnell zusammen und drücken die Prostataflüssigkeit durch spezielle Gänge in die Harnröhre, wo sie sich mit anderen Flüssigkeiten mischt, welche die Spermien durch die Spitze des Penis nach außen transportieren.

Obwohl die Prostata selbst keine Rolle im Harnsystem spielt, haben Störungen des Organs oft auch Probleme im Harnsystem zur Folge, da die Drüse so dicht an der Blase und der Harnröhre liegt. Bei einer Vergrößerung der Prostata aufgrund von BPH oder Krebs ist die Harnröhre oft in dem Teil verengt, der durch die Prostata läuft und das führt zu Problemen beim Urinieren.

Alle Symptome der BPH hängen mit dem Harnsystem zusammen. Wenn die Prostata sich vergrößert, wird der Urinfluß durch die Harnröhre behindert. Häufiges Urinieren, Schwierigkeiten beim Beginnen, ein schwacher Strahl und Tröpfeln am Ende des Urinierens sind typische Symptome. Bis vor kurzem war ein chirurgischer Eingriff die einzige Option. Die Indikation hierzu wird jedoch ungern gestellt. Zum einen bleiben nach der Operation manchmal die Symptome unverändert. Zum anderen kann in seltenen Fällen die Operation zu chronischer Inkontinenz führen. Die Resektion der Prostata durch die Harnröhre kann eventuell zu einem erhöhten Risiko für den Tod durch kardiovaskuläre Erkrankungen führen. Und außerdem schätzt man, daß bis zu 10 Prozent der Männer infolge so einer Operation Erektionsstörungen entwickeln.
Inzwischen gibt es verschreibungspflichtige Medikamente, welche die Prostata wieder schrumpfen lassen oder das Muskelgewebe entspannen, das die Harnröhre einengt. Leider bescheren diese Medikamente zur Kontrolle der BPH den Männern oft auch Erektionsstörungen oder einen Verlust der Libido. Finasterid (Proscar) ist einer dieser Wirkstoffe.

Anstatt Medikamente zur Behandlung der BPH zu verschreiben, empfehlen viele Ärzte heute die Einnahme von Sägepalmenextrakt. Wenn Sie einer von den 50 Prozent der Männer über fünfzig sind, die unter störenden BPH-Symptomen leiden, sprechen Sie mit Ihrem Arzt darüber, ob Sie den Sägepalmenextrakt ausprobieren können. In einer kürzlich an der Medizinischen Hochschule der Universität Chicago an fünfzig Männern durchgeführten kleinen Studie fand man heraus, daß die Hälfte der Männer, die den Extrakt einnahmen, eine 50prozentige Verbesserung der Harnsystem-Symptome empfanden. Es ist noch nicht bekannt, wie der Sägepalmenextrakt wirkt, aber er scheint den Urinstrahl freier fließen zu lassen und auch andere typische BPH-Symptome zu lindern. Und, vielleicht das wichtigste überhaupt, alles dies wird ohne Nebenwirkungen erreicht, die Erektionsstörungen verursachen.

Wenn Sie befürchten, BPH zu haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt. Wenn nach einer einfachen Untersuchung in der Praxis und einer Blutuntersuchung, welche die Menge der prostataspezifischen Antigene (PSA) bestimmt, die Möglichkeit von Prostatakrebs ausgeschlossen werden kann, empfehle ich häufig, den Sägepalmenextrakt auszuprobieren. Die typische Dosis sind 160 Milligramm zweimal pro Tag; diese Therapie wird bis zu acht “Wochen durchgeführt. Wenn sich eine definitive Besserung einstellt, wird die Therapie fortgesetzt. Wenn es allerdings keine Veränderungen bei den Harnsystem-Symptomen gibt, dann versuche ich, das Problem mit verschreibungspflichtigen Wirkstoffen anzugehen. Meistens verschreibe ich einen Alpha-Adrenoblocker wie Terazosin (Flotrin) oder das neuere Tamsu-losin (Omnic). Wenn die Medikamente nicht wirken, muß vielleicht eine Operation durchgeführt werden.

Wenn BPH oder Prostatakrebs bei Ihnen in der Familie liegen, Sie aber noch keine Symptome verspüren, kann der Sägepalmenextrakt eine große gesundheitliche Unterstützung sein. Wenn Sie die Vierzig erreicht haben, nehmen Sie täglich 80 Milligramm des Extrakts. Es kann die Gesundheit Ihrer Prostata verbessern und damit die Wahrscheinlichkeit, daß Sie BPH bekommen, reduzieren.

Schließlich gibt es noch eine andere Therapie für BPH, eine, die ganz ohne Medikamente auskommt. In Fällen leichter BPH scheint Sex mindestens einmal pro Woche die Schwellung der Prostata deutlich zu reduzieren und so einige der störenden Symptome zu eliminieren. Viele Männer sind der Meinung, daß dieses Minimum oder auch eine erhöhte Sexfrequenz von drei oder viermal pro Woche viel zur Linderung der Symptome beiträgt – und das ganz ohne Nebenwirkungen.

Und auch für Männer ohne BPH ist regelmäßiger Sex etwas, was man ernsthaft in Betracht ziehen sollte. Im Grunde ist der alte Spruch »wer rastet, der rostet« wahr, zumindest in diesem Falle. Regelmäßige Erektionen versorgen die Blutgefäße und das Gewebe des Penis, mit Sauerstoff. Die Aufrechterhaltung dieser wichtigen Sauerstoffversorgung verringert die Gefahr, in Zukunft Erektionsprobleme zu bekommen.

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